Gemeinschaftskraftwerk Inn, grüne Energie am Oberlauf des (grünen) Inns

Baugrubenverbau für das Krafthaus mit Schlitzwänden

Aufbau der Tunnelvortriebsmaschine auf der Baustelleneinrichtungsfläche Maria Stein

Im schweizerisch-österreichischen Grenzgebiet entsteht das derzeit größte im Bau befindliche Laufkraftwerk im Alpenraum: das Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI). BERNARD Ingenieure wurde 2014 gemeinsam mit Pöyry Energy von der Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH (TIWAG, VERBUND und Engadiner Kraftwerke) mit der Örtlichen Bauaufsicht beauftragt. Dabei war BERNARD Ingenieure bereits von 2006 bis 2013 in einer Arbeitsgemeinschaft mit Stucky SA (Schweiz) für die Einreich- und Ausführungsplanung des Triebwasserwegs verantwortlich.

Das GKI liegt am Oberen Inn und ist bei einer Investitionssumme von rund 460 Mio. Euro ein Meilenstein für die Stromautonomie Tirols. Es trägt zur Erreichung der Ziele der europäischen Energiestrategie bei und unterstützt die energiewirtschaftliche Umstellung auf CO2-neutrale und nachhaltige Energieerzeugung maßgeblich.


Die Wehranlage Ovella staut das Wasser des Inns auf einer Länge von ca. 2,6 km. Das Wasser wird vom Stauraum mit einem Gesamtvolumen von 500.000 m³ in den 23 km langen Triebwasserstollen geleitet. Dieser Stollen wird zum großen Teil mittels zweier Hartgesteins-Doppelschildmaschinen maschinell vorgetrieben und mit rund 55.000 Tübbingen ausgekleidet. Ein geringer Teil wird dabei in konventioneller Bauweise hergestellt.


Der Triebwasserstollen mündet im Druckschacht (Fall-höhe: ca. 160 m), der zu den Turbinen im Krafthaus in Prutz führt. Ein etwa 100 m hoher Wasserschlossschacht mit einem Durchmesser von rund 14 m trägt zur Druckstoßminderung im Stollen bei. Im Krafthaus erzeugen zwei Maschinensätze, bestehend aus je einer Francis-Turbine und einem Generator, nach der Fertigstellung im Jahre 2018 jährlich über 400 Gigawattstunden Strom, womit ca. 7% des Tiroler Stromverbrauchs abgedeckt werden. In weiterer Folge wird das verwendete Wasser durch den unterirdischen Unterwasserkanal wieder in den Inn zurückgeführt.